Turniere Open Sensationeller Erfolg für Tomislav Bodrozic Merten Hubel - 27.08.12
IM-Norm für Tomislav Bodrozic
Internationales Schachopen in Split

Die lange Sommerpause der offiziellen Mannschaftswettbewerbe bietet  traditionell ein reichhaltiges Angebot an offenen Schachturnieren für Einzelkämpfer. Dafür eine Reise von knapp 1.200 Autokilometern auf sich zu nehmen ist also nicht unbedingt erforderlich. Dennoch stellten sich zwei Spieler der ersten Mannschaft, Rüdiger Braun und Tomislav Bodrozic , diesem reizvollen Abenteuer und spielten vom 11. bis 19. August das internationale Schachopen in Split (Kroatien).

Für Rüdiger Braun bot sich die Möglichkeit nach der durchwachsenen  Saison wieder Selbstvertrauen zu tanken für die im Herbst beginnende neue Spielzeit. Und dieses Angebot nahm er dankend an. Lediglich in einer Partie zeigte Rüdiger Schwächen und handelte sich eine Niederlage gegen einen tiefer gesetzten Spieler ein. Die übrigen Partien verliefen allesamt erwartungsgemäß, was in der Endabrechnung eine Punktzahl von 4,5 aus 9 Partien bedeutete.

Dieses durchaus ordentliche Ergebnis verblasst leider - oder muss man eher sagen: glücklicherweise - im Vergleich zu der Leistung die Tomislav Bodrozic aufzubieten hatte. Allein der Umstand, dass er in 9 Runden gegen insgesamt 7 Titelträger (Fide-, Internationale- oder Großmeister) spielte, lässt erahnen, in welchen Tabellenregionen er sich bis zum Ende bewegte. Und in der Tat hatte er in dem über 200 Spieler umfassenden Teilnehmerfeld – darunter 21 Großmeister und Internationale Meister - in der letzten Runde sogar noch Chancen auf den 2. Tabellenplatz.
Zuvor traf er bereits in der zweiten Runde auf den späteren Turniersieger, den bosnischen Großmeister Bojan Kurajica, der im gesamten Turnierverlauf überhaupt nur 3 Remisen abgeben musste – eines davon gegen den 23-jährigen Birkenfelder. Auch im weiteren Turnierverlauf bot Tomislav Bodrozic seinen durchweg  höher eingeschätzten Gegnern keine ausreichenden Angriffsflächen. Mit dann 4 Punkten nach 6 Runden setzte er schließlich zu einem fulminanten Endspurt an, dem zunächst die weibliche Großmeisterin Nikolova aus Bulgarien und sodann der kroatische Fidemeister Plenca zum Opfer fielen ehe in der letzten Runde mit dem rumänischen Großmeister Berescu der dickste Brocken aufwartete. Nicht nur, dass der zweite Platz in Reichweite war, sondern auch das Wissen um die Chance auf eine sogenannte IM-Norm –also der erste Schritt zur Erringung des Titels „Internationaler Meister“ – schienen den Birkenfelder Spitzenspieler zu beflügeln.  Denn er gewann die dritte Partie in Folge und landete punktgleich mit dem Drittplatzierten nur aufgrund der schlechteren Feinwertung auf dem hervorragenden sechsten Platz. Der erhöhte Trainingsaufwand, den Tomislav Bodrozic , in den vergangenen Monaten auch in Zusammenarbeit mit seinem Heimtrainer Hans-Martin Hubel , aufbrachte, zahlt sich nun erstmals buchstäblich aus. Ein Erfolg, der bislang noch keinem Birkenfelder Schachspieler gelang. Wir gratulieren!

Für alle Interessierten folgt an dieser Stelle die Partie aus der letzten Runde, kommentiert auf Basis der Analyse von Tomislav Bodrozic :

 

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